Was ist eine Landkartenzunge?

Bei der Landkartenzunge, oder auch lingua geographica genannt, handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Zungenoberfläche, die aber gutartig und harmlos verläuft. Auf der Zunge zu sehen sind dann rötliche Stellen, welche von einem weißen Rand umgeben sind. Diese verändern sich kontinuierlich. Der große Überbegriff für alle Entzündungen, die die Zunge betreffen ist Glossitis.

Symptome Landkartenzunge

LandkartenzungeSymptome für eine lingua geographica sind die roten Stellen auf und an der Zunge, die von der Form her von rund und oval bis geschwüratig auftreten können. Meistens sehen sie aber doch wie kleine gerötete Inseln aus, daher der Name Landkartenzunge. Doch zuvor beginnt sie mit weißen oder auch gelblichen Pappeln, die sich auf der Zunge bilden und nach und nach zu den Flecken entwickeln. Ein typisches Merkmal ist der weiße Rand um die geröteten Stellen. Die Ursache für dieses Aussehen der Flecken ist die Abschilfung der oberen Schichten der Zungenschleimhaut. In der Mitte der Zunge treten verstärkt die so gennanten Pilzpapillen (Papillae fungiformes) auf und die filiformen Papillen gehen somit verloren, treten aber am Rand der Zunge wieder auf, wie bei allen anderen Formen der Glossitis auch. Dabei können sich Lokalisation, Größe und Auftreten der Flecken ständig verändern. Häufig verspüren Menschen mit einer Landkartenzunge Beschwerden wie ein Brennen auf der Zunge, welches schmerzhaft sein kann, da die rötlichen Flecken erhöht empfindlich auf bestimme Nahrungsmittel wie zum Beispiel saures, heißes oder scharfes reagieren. Des weiteren tritt eine lingua geographica sehr häufig zusammen mit einer Faltenzunge auf (lingua plicata), bei der eine ein- oder mehrfache Furchung der Zunge entsteht und sehr oft zu Zungenbrennen führt. Vermutlich ist es so, dass beides durch das selbe Gen ausgelöst wird. Die lingua plicata ist wie die Landkartenzunge gutartig. Die Flecken sind meist einige Millimeter bis Zentimer groß. Häufig ist auch die Mundschleimhaut, sowie die Wangen betroffen.

Ursachen der Landkartenzunge

Die Ursache der Landkartenzunge ist weitreichend. Die lingua geographica ist vererblich, genau wie die lingua plicata (Faltenzunge) und so werden die Veränderungen auf und an der Zunge hervorgerufen. Laut dieser Theorie ist also die Landkartenzunge keine direkte Krankheit, sondern eine normale Erscheinungsform der Zunge. Somit ist sie nicht-infektiös, das heißt, beim Austausch von Speichel, zum Beispiel beim Küssen findet keine Übertragung statt. Doch auch wenn man allergisch auf heiße oder scharfe Speisen reagiert können die Flecken auftreten. Außerdem können eine Entzündung des Magens oder auch psychische Probleme dazu führen.

Risikofaktoren

Wie bereits bei den Ursachen erwähnt spielt die Vererbung eine große Rolle. So sind, wenn die Eltern betroffen sind, auch Kinder und deren Geschwister betroffen. Man sollte daher psychischen und emotionalen Stress vermeiden, da sich dieser negativ auf den Verlauf auswirken kann. Das heißt, das sich die Beschwerden eventuell verschlimmern. Laut einigen Untersuchungen ist es so, dass die lingua geographica sehr häufig auch in jungen Jahren vorkommt und sich selbstständig zurückbildet und eine Besserung auftritt, wenn man älter wird, da sich der Körper und so auch die Zunge noch vollständig entwickeln muss und die Zungenoberfläche dicker wird. Außerdem gab es noch andere Risikofaktoren, die zuerst bestätigt wurden, aber anschließend in anderen wieder nicht gefunden werden konnten. Doch die Schwangerschaft und orale Verhütungsmittel, wie die Antibabypille sind von der Medizin gesehen, ein großer Risikofaktor.

Diagnose

Bei Bemerkung der aufgeführten Symptome sollte man einen Arzt aufsuchen, idealerweise einen Arzt der Dermatologie, oder einen Zahnarzt, der dann einige Untersuchungen vornimmt und so Krankheiten wie zum Beispiel Mundfäule, Eisenmangel oder auch Leukplakie und Psoriasis ausschließen kann. Die Leukoplakie wäre eine starke Verhornung der Schleim-, oder Lippenhäute. Die Untersuchungen äußern sich dann in Blutabnahme, Magenspiegelung, oder auch einen Abstrich der Zunge. Doch das ist bei jedem Patienten unterschiedlich und wird vom Arzt bestimmt.

Nicht medikamentöse Behandlung

Landkartenzunge seitlichDa das Zungenbrennen auf der Zungenoberfläche auch durch bestimme Speisen ausgelöst werden kann, sollte man auf einige Nahrungsmittel verzichten, oder sie im Verzehr reduzieren. Dazu gehören überwiegend scharfe Soßen, Säfte mit hohem Fruchtgehalt, Ingwer, scharfe Mundspülungen, Ananas, diverse Nüsse, Wurst und Knoblauch. Denn viele Lebensmittel sind histaminhaltig und bei Patienten, die Histamin nicht genug abbauen, kann dies wieder rum zu der Landkartenzunge führen. Wenn man einige Zeit auf diese Lebensmittel verzichtet, kommt es bereits innerhalb weniger Tage zu einer Besserung, da die Zunge nicht mehr den ständigen Reizen ausgesetzt ist. Ein vollständiger und jahrelanger Verzicht dieser Lebensmittel ist jedoch nicht notwendig, denn eine gute und vor allem regelmäßige Mundhygiene mit einer milden Zahnpasta wirkt sich ebenfalls günstig aus, genau so wie das Spülen des Mundraumes mit klarem Wasser, nach dem Verzehr reizender Speisen. Eine weitere Behandlung ohne Medikamente wären einige Entspannungsübungen, denn Stress äußert sich negativ.

Medikamentöse Behandlung

In der Regel werden keine richtigen Medikamente verschrieben, doch diese Arzneimittel kann man ausprobieren. Dafür gibt es auch keine Erfolgsgarantie. Generell kann man damit zwar die Symptome lindern. aber die Landkartenzunge nicht direkt heilen. Möglicherweise bleibt das Zungenbrennen erhalten. Gerbstoffe z.B. haben eine abdichtende und entzündungshemmende Wirkung, lindern den Reiz und sind auch in vielen natürlichen Heilpflanzen enthalten , wie im Schwarzen Tee den man ca. 10 Minuten ziehen lassen und mehrmals täglich und langsam trinken sollte. Außerdem gibt es reizlindernde Schleimstoffe, die in Malvenblättern und Lindenblüten enthalten sind. Diese kann man ebenfalls als Tee zubereiten und mehrmals am Tag trinken. Antihistaminka, die unter anderem bei Allergien verwendet werden, können oral eingenommen werden. Es gibt Lutschtabletten, oder auch Mundspülungen die dagegen helfen können. Schmerzmittel wie Ibuprofen sollten nur im äußersten Notfall verwendet werden, da diese auch einige Nebenwirkungen mit sich bringt.

Therapie

Es gibt für Landkartenzungen keine Kausale Therapie, welche die Ursachen beseitigt.

Verlauf

Beim Verlauf kann es zu Phasen der Besserung und Verschlechterung kommen. Die Flecken können also entweder für eine gewisse Zeit komplett verschwinden, nur zum Teil, oder immer vorhanden sein. Zusätzlich entwickeln und vermehren sich die Flecken wellenartig und in Schüben. Von einem Punkt ausgehend verbreiten sie sich entweder kreis-, oder spiralförmig und auch erst dann, wenn die rötlichen Flecken zum Teil verschwinden, können sich die Papillen wieder regenerieren.

Vorbeugung

Eine regelmäßige und auch gute Mundhygiene ist sehr wichtig, damit sich keine Bakterien ansiedeln können. Dazu sollte man sich gesund und ballaststoffreich ernähren und wenn man weiß, dass jemand innerhalb der Familie zu lingua geographica neigt, auf bestimme Lebensmittel, wie oben bereits erwähnt, verzichten, oder nur in Maßen genießen. Des weiteren sind viele Vitamine wichtig und, dass man genügend Eisen zu sich nimmt.

Landkartenzunge bei Kindern

Bei vielen Kindern ist es so, dass sie bereits von Geburt an eine Landkartenzunge haben, andere weisen erst im Laufe der Zeit Symptome auf. Da spielt dann die Unverträglichkeit gegenüber bestimmen Lebensmitteln eine große Rolle. Im Endeffekt ist Ursache, Verlauf, Diagnose das selbe wie bei den Erwachsenen. Wenn man bei Kindern Symptome bemerkt, sollte man einen Kinderarzt aufsuchen, damit dieser sich das Ganze genauer ansehen kann. Für Kinder ist es natürlich noch unangenehmer wie für Erwachsene. Denn vor allem Kleinkinder müssen noch an Gewicht zulegen und wenn diese Schmerzen auf der Zunge haben, verweigern sie womöglich das Essen. Bei manchen ist es so, dass der Speichel aus dem Mund läuft und so kommt dann auch die Mundtrockenheit zustande.

Landkartenzunge in der Schwangerschaft

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter der Landkartenzunge, die nicht nur die direkte Zunge, sondern auch die Mundschleimhaut betrifft. In der Schwangerschaft stellen sich ja viele Hormone um und da kann es zu solcher Entzündung kommen, aber bei vielen klingen die Symptome nach der Entbindung wieder ab. Möglicherweise verändert sich auch in dieser Zeit der Stoffwechsel, so, dass man nicht mehr alle Lebensmittel verträgt. Doch grundsätzlich ist sie nicht weiter gefährlich, so dass sie weder der Mutter , noch dem ungeborenen Kind schadet.

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